09.09.2004
Gutes Adreßmanagement und professionelle Auskunfteien senken Verluste NEU-ISENBURG (lu). Wenn Privatabrechnungen nicht bezahlt werden, weil Patienten unbekannt verzogen sind, sorgt das nicht nur für Ärger. Es geht auch ordentlich ins Geld. Doch mit wenig Aufwand können Kollegen ihr Adreßmanagement verbessern und Verluste begrenzen.
Allein bei den Privatärztlichen Verrechnungsstellen (PVS) "werden 600 000 Privatliquidationen nicht zugestellt, weil Patienten unbekannt verzogen sind. Das sind gut vier Prozent unserer 13,5 Millionen Abrechnungen", so Franz-Arnold Thüning vom PVS-Verband. Der Ausfall entspreche einer Summe von 72 Millionen Euro.
In der Hälfte dieser Fälle ermitteln die PVS die Adressen über eigene Datenbanken, in den anderen 300 000 Fällen beauftragen sie professionelle Auskunfteien. Das kostet fünf bis acht Euro pro Fall - und ergibt Kosten von zwei Millionen Euro, die die Mitglieder über ihre Gebühren tragen.
Anders ist die Situation bei den gut 50 Prozent der niedergelassenen Ärzte, die selbst abrechnen. Viele schreiben Forderungen recht schnell ab, wenn sie bei der Recherche der Adresse nicht weiterkommen. Dabei können auch sie die Daten bequem über Auskunfteien ermitteln lassen und so ihre Forderungen eintreiben.
Zwischen 4,70 und 9,30 Euro pro Fall verlangt etwa eBackoffice, wenn dazu das Internet eingesetzt wird. Außer einigen PVS nutzten inzwischen gut 100 Ärzte das Angebot, so Geschäftsführer Michael Basler (www.supercheck.de).
Wer Verluste begrenzen will, sollte aber auch sein Adreßmanagement verbessern. Thünings Tips: "Fragen Sie bei jeder Behandlung nach, ob die Adresse stimmt! Und wenn sich etwas geändert hat, tragen Sie es sofort in Karteikarte und Praxis-EDV ein!"