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05-05-06 Der Handel - Das Geschäft mit den Daten

Einzelhändler sammeln Unmengen von Informationen über ihre Kunden, um Werbung und Sortiment zu optimieren. Doch der Wissensdurst der privaten Wirtschaft ruft die Datenschützer auf den Plan. (…)

Den Kunden erkennen

Der Informationshunger der privaten Wirtschaft bereitet den Datenschützern zunehmend Sorge. Nicht nur Autoversicherer wüssten am liebsten alles über ihre Kunden, auch der Einzelhandel sammelt fleißig Daten: Ob Marketing, Sortimentsgestaltung , Einkauf. Logistik, Zahlungsverfahren oder Inkasso – je mehr Wissen über das unbekannte Wesen „Kunde“ verfügbar ist, desto effizienter lassen sich die Geschäftsprozesse steuern. Der Informationsvorsprung wird zum Wettbewerbsvorteil. (…)

(…) Unbekannt verzogen

„Wir konzentrieren uns auf die Adressenermittlung, weil die Nachfrage immer größer wird“, sagt auch Michael Basler von der Kölner Firma Supercheck. Immer häufiger seien Versandhändler und Finanzdienstleister mit dem Problem „unbekannt verzogen“ konfrontiert. Große Versender klagen über bis zu 3.000 Postrückläufer im Monat. „Das öffentliche Meldewesen bietet zu viele Schlupfwinkel“, kritisiert Basler. Schuldner, die von A nach B ziehen, verschwinden oft von der Bildfläche. Seit die Deutsche Post AG für den Nachsendeantrag 14,80 Euro kassiert, haben sich die Zustellungsschwierigkeiten nochmals verschärft. „Gerade wer klamm ist, spart sich das Geld“, sagt der Supercheck-Chef. Im Schnitt hinterlässt ein Schuldner bei einem Umzug fünf bis sieben Gläubiger, die seine neue Anschrift suchen.

Das Unternehmen von Michael Basler fahndet mit Hilfe von Abfragen bei den 5.900 deutschen Einwohnermeldeämtern, eigenen Datenbanken und externen Quellen nach den Vermissten. „Händler, die in diesen Fällen gleich ein Inkassobüro einschalten, werden Geld zum Fenster raus und verärgern vielleicht noch einen guten Kunden“, warnt Basler. „Oftmals hat der Betroffene einfach vergessen, die neue Adresse mitzuteilen.“ (…)